Thomas Hippe alias Jazzy-T Blues Harp / Mundharmonika Live - Studio - Unterricht
            Thomas Hippe alias Jazzy-T             Blues Harp / Mundharmonika Live - Studio - Unterricht

Tipps zum richtigen Üben

Das Erarbeiten von Songs:

 

Hier ist es wichtig, nicht gleich alles auf einmal in einer Übung zu versuchen. Es gibt immer drei Ebenen, in denen ein Stück gut funktionieren sollte und die am besten nach einander geübt werden:

 

  • Tonabfolge
  • Rhythmik
  • Tonformung (Effekte, Dynamik)

 

Hier kann man wie folgt Schritt für Schritt vorgehen:

 

Wenn du dir ein neues Stück erarbeiten willst, schau dir vorerst nur die Noten bzw. die Tabulatur an oder höre es erst intensiv ein
paarmal durch. Dadurch kann man relativ schnell eventuell zu Übende Passagen herausfiltern. Die Übungsabschnitte sind immer diejenigen, die derzeit schwierig erscheinen. 

 

Üben der Tonabfolge (ohne Rhythmik und Tonformung):

  • Übe das Stück nicht gleich von vorn bis hinten durch, sondern pack dir möglichst kleine Übungseinheiten. Diese übst du am besten erst einmal ganz langsam ein. Geschwindigkeit hat jetzt noch keinerlei Bedeutung und wirkt in diesem Stadium eher kontraproduktiv. Lieber sehr langsam den Perfektionismus üben.

       Es wäre falsch, wie ein Rennpferd gleich los zu rennen,

       eventuelle Fehler nicht zu hören und einfach zu überspielen.

       Frei nach dem Motto, das läuft schon.  

  • Wenn ein Übungsabschnitt langsam gut spielbar ist, steigere die Geschwindigkeit immer ein wenig mehr, und zwar nur bis zu dem Limit, an dem die Töne und deren Abfolge ohne stolpern noch deutlich intoniert werden. Ansonsten die Geschwindigkeit leicht zurückfahren, bis wieder alles gut läuft.
  • Sobald schwierige Passagen vorkommen, behandele diese separat, bis sie flüssig zu spielen sind und seien es nur zwei Töne. Alles sollte perfekt sein.
  • Erst wenn die Problemzonen beseitigt sind, spiele das ganze Stück durch. Dabei ist am Anfang der Rhythmus nicht so entscheidend, sondern vorrangig das fehlerlose Durchspielen der Töne.

 

Üben der Rhythmik (ohne Tonformung):

  • Wenn die Tonabfolge gut funktioniert, kannst du dich dem Rhythmus widmen. Wenn alles gut läuft, sollte auch hier die Geschwindigkeit immer mehr gesteigert werden, bis du an ein momentanes Limit angelangt bist. Dabei muss aber die Tonabfolge fehlerfrei funktionieren.
  • Um die Rhythmik schnell aufnehmen zu können ist es vorteilhaft, während man das Stück hört, mit zu summen und ggf. noch zu klatschen. Hierzu braucht man wieder keine Notenkenntnisse. Es ist ein einfühlen in den Song.
  • Sehr schwierige Passagen am besten wieder separieren. Das können sehr kleine Abschnitte von z.B. 2 Tönen sein.   

 

Üben der Tonformung: 

  • Abschließend müssen die Töne noch zum Leben erweckt werden. Hierzu bedient man sich der akustischen Effekte und der Dynamik – der Lautstärkeveränderung.  
  • Beim Einbringen von Effekten müssen die Tonabfolge und die Rhythmik gut funktionieren. So kann man sich vollumfänglich auf die Interpretation der Töne konzentrieren. 

 

Definition des Limits der Geschwindigkeit im Spiel: 

 

Das Limit wird dadurch definiert, dass an diesem Punkt noch alles perfekt spielbar ist:

  • keine Missklänge, die den Ton stören
  • keine Nebengeräusche
  • kein Stolpern bei der Tonabfolge
  • kein Problem bei der Rhythmik
  • keine Probleme bei der Tonformung

Dann versuche immer wieder, dieses Limit zu überschreiten. Das trainiert das schnelle Spiel ungemein.

 

Das wichtigste beim Interpretieren eines Songs ist immer ein fehlerfreies Spiel bei der Tonabfolge, ein gutes Einfühlen in den Rhythmus und die Gestaltung der Töne in ihrer Entfaltung und Kombination.

 

Denkt auch immer daran, dass ihr mit der Musik eine Geschichte erzählt. Ein guter Erzähler kann sein Publikum durch seine Stimmbildung mit allen Facetten in den Bann ziehen. Mit dem Spiel auf der Harp ist es ganz genauso.

 

Um dies bestmöglich realisieren zu können ist es immer wieder wichtig

  • alles was man bis dato gelernt hat in Frage zu stellen, bewusst gegensätzlich zu üben, um so neue Sounds zu entdecken.
  • Stellt auch die Noten, Notenlängen, Pausen etc. bei Songs in Frage, baut zusätzliche Töne ein, spielt Töne, wo Pausen vorgesehen sind oder Töne länger gehalten werden sollen.

 

Ein Song kann völlig neu interpretiert werden und sich so von der Masse abheben. Warum immer so spielen wie alle anderen? Diese Form der Freiheit in der Musik kann man sehr gut im Jazz beobachten.

 

 

TIPPS:

 

 

Üben der Effekte:

 

  • Hier bitte immer darauf achten, dass der Luftstrom gleichmäßig ist und sich nur der Teil bewegt, der bewegt werden soll.
  • D.h. z.B. beim Üben des Handvibratos muss der Unterkiefer oben sein, die Zunge liegt in der Ruheposition und es soll ein gleichmäßiger Luftstrom erzeugt werden, also ein gleich lauter Ton.
  • Nur so können wir den von dem eigentlichen Effekt erzeugten Klang hundertprozentig nachvollziehen und somit den Effekt auch erheblich schneller und präziser erlernen.  
  • Erst wenn jeder einzelne Effekt perfekt läuft, kann eine Kombination mit anderen Effekten erfolgen.   

 

Bei aufkommenden Fehlern im Spiel:

 

Wenn eine Übung oder ein Stück geübt wird, ist es wichtig, grundsätzlich bei allen vorkommenden Fehlern weiterzuspielen bzw. im Spiel direkt eine schnelle Korrektur vorzunehmen. Wichtig ist hierbei, sich alle Fehler zu merken. Diese werden dann im Nachgang des Spiels einzeln geübt.

 

Diese Vorgehensweise hat folgende Vorteile:

  • beim Vorspiel vor Freunden, Bekannten oder auf der Bühne kann man trotz Fehler stressfrei weiterspielen
  • die eigene Motivation zu üben und spielen wird gesteigert. Ein ständiges Abbrechen von Songs oder Übungen wegen einem Fehler führt im schlimmsten Fall dazu, das man sich einfach anderen Übungen oder Songs widmet, die einem leichter erscheinen. Es folgt eine Stagnation im Spiel, es wird langweilig, das Instrument landet irgendwann in einer Ecke und wird vergessen.
  • Durch die Fehler ergeben sich zuweilen sehr interessante Klangstrukturen. Deshalb sollten die Fehler auch angehört werden, um sie ggf. nach der eigentlichen Übung separat bewusst zu üben, wenn sie einen positiven Sound erzeugen, der einem gefällt. So wird das Ausschöpfen des Potentials auf dem Instrument gesteigert. 

 

Immer nur 1 Sache üben:

 

  • Damit ist gemeint, dass wir z.B. beim Üben des Handvibratos Fehler wie ein Kratzen im Ton oder Luftgeräusche einfach ignorieren. Hier wird jetzt erst einmal nur eines geübt: die Motorik beim Öffnen und Schließen der Handhaltung und das Hören der Veränderung im Ton. Erst wenn dies gut läuft, kommt die Detailbetrachtung mit der Korrektur aller Fehler.
  • Wenn zwei Sachen geübt werden, wie z.B. die Kombination von Handvibrato und Mundholraumveränderung, muss zwingend jeder der beiden Effekte gut funktionieren. Denn hier übt man ja nur die Kombination der Effekte und nicht die einzelnen Effektstrukturen.  
  • Mit dieser Vorgehensweise ist ein schneller Erfolg beim Üben garantiert, denn nur so ist die Perfektion in der Übung gewährleistet. Je detailverliebter wir die Übungen zelebrieren, umso besser wird das Ergebnis sein. Jeder noch so kleine Erfolg ist ein Gewinn.   

 

Grundsätzliches:

  • Wenn etwas Neues probiert wird, kommen meistens automatisch immer andere Fehler mit dazu, wie z.B. ein kratzender Ton.
  • Man wird aber schnell feststellen, dass die Fehler immer mehr minimiert werden, wenn die eigentliche Übung besser läuft.
  • Hierzu ist es immer vorteilhaft, jede Übung und jeden Song auswendig spielen zu können. Dadurch wird eine interessante Interpretation erheblich schneller und besser realisierbar.

 

Fazit:

 

Es wird immer nur eine Sache geübt, nicht zwei oder mehr. D.h., wenn ein z.B. Kehlkopfvibrato am Einzelton geübt wird, ist es im ersten Schritt vollkommen egal, ob ein Kratzton produziert wird.

 

Entscheidend ist jetzt nur, die eigentliche Technik des Kehlkopfvibratos zu realisieren.

 

Das ist schon schwer genug. Wenn jetzt noch versucht wird, einen sauberen Ton zu spielen, ist es zu viel des Guten und man wird vermutlich an dem Effekt nur sehr zäh vorankommen.  

 

Ein weiteres Beispiel: Die Kombination von mehreren Effekten ist eine Einzelübung, nämlich deren Kombination. Hier werden nicht mehr die einzelnen Punkte geübt, denn diese sollen ja bereits perfekt laufen.

 

 

Der Umgang mit dem leidigen Thema "minimales Zeitbudget":

 

  • Wenn ihr nur wenig Zeit zur Verfügung habt, teilt sie Euch vorzugsweise wie folgt ein:
    • Zuerst werden die Übungen bearbeitet, die nicht so gut laufen oder noch eine sehr große Hürde darstellen. Nehmt immer die Problemfelder des letzten Übungslaufes mit in den nächsten Übungslauf.
    • Dann kommen Dinge dran, die schon laufen, aber noch verbessert werden können.
    • Zum Schluss sollte immer etwas kommen, das einem richtig Spaß macht, wie z.B. eine Improvisation, das Zuspiel zu einer CD oder das Spiel eines Songs.

 

Der persönliche Lerntyp:

 

  • Jeder lernt anders und sollte daher versuchen, den für sich richtigen Weg für das Üben zu finden. Viele lernen sehr gut mit Bildern oder sogenannten Eselsbrücken, einige müssen das was sie machen erst verstehen, bevor sie es anwenden und wieder andere Spielen einfach nach dem Try an Error Prinzip und brauchen keine Erklärungsmodelle. Hier ist nichts richtig oder falsch. Einzig wichtig ist hier nur, ob man persönlich mit seiner Lernmethode gute Fortschritte machen kann. 

 

Hier ein Video als Zusammenfassung des Gelernten:

 

https://youtu.be/IrqglBPpx5c

 

 

 

Hierzu sind folgende Bücher wärmstens zu empfehlen: 

 

"Einfach Üben" von Gerhard Mantel, Schott Verlag, Taschenbuch

ISBN: 3-7957-8724-6

Der Autor - ein klassischer Cellist - zeigt in diesem Buch sehr eindrucksvoll, wie man die klassischen Wege beim Üben, aber auch interpretieren eines Stückes verlassen kann. Eine absolute Perle zum Thema und unbedingt empfehlenswert. 

 

"Handbuch zum Üben" von Ulrich Mahlert (Herausgeber), Verlag Breitkopf & Härtel, ISBN: 3-7651-0314-4

Dieses Buch vereinigt die Sichtweise verschiedener Musik-professoren zum Thema Lernen. Hier wird garantiert jeder seinen Lerntyp kennenlernen. Genial für jeden Musikinteressierten, aber auch generell für alle, die des Öfteren mit dem Thema Lernen konfrontiert werden. Sehr empfehlenswert, allerdings ist dieses Buch eher für Pädagogen konzipiert und daher nicht so leicht zu lesen. Dennoch, 400 Seiten mit sehr guten und hilfreichen Sichtweisen zum Thema. 

 

 

Hier ist ein Beispiel für einen Übungsplan:

Wochenübungsplan für Einsteiger
Dieser Übungsplan für die Grundstufe ist ein Vorschlag, wie man effizient üben kann. Dabei ist es natürlich wichtig zu beachten, dass jeder individuell übt und hier keine Pauschalierung angesetzt werden kann.
Wochenübungsplan Grundstufe.doc
Microsoft Word-Dokument [45.0 KB]
Wochenübungsplan für Fortgeschrittene
Dies ist ein Vorschlag, wie man mit einigen Vorkenntnissen das Üben optimieren kann. Man kann auch einen Tag auf eine Woche verteilen. Besser weniger, aber dafür öfter üben ist immer besser, als geballt einmal die Woche. Das bringt dann leider gar nichts mehr, da man das gro von der Vorwoche wieder vergessen hat. Lasst möglichst nicht mehr als 48 Std. zwischen den Übungseinheiten, dann kann es der Kopf am besten verarbeiten und es geht alles erheblich schneller vonstatten.
13 Wochenübungsplan Aufbaustufe.docx
Microsoft Word-Dokument [21.7 KB]

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Thomas Hippe

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Hohenklingenstr. 29
81375 München

Meine Töchter beim Blues Harp spielen
Mein Sohn in frühen Jahren beim musizieren.

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